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Aktuelle Promotionsvorhaben


Projekt 2

Die Qualität der Trainer-Athlet-Beziehung in Turn-Talentschulen

Almut Krapf

Der Qualität der Beziehungen zwischen Trainern und Athleten wird für das Kindes- und frühe Jugendalter besonderes Gewicht beigemessen. Gerade für junge Athleten fehlen allerdings geeignete Untersuchungsinstrumente. In meiner Studie verwende ich ein Instrument aus der Bindungsforschung, das in Anlehnung an das Geschichtenergänzungsverfahren (GEV-B, Gloger-Tippelt & König, 2006) von Richartz & Hoffmann (GEV-B-Sp, 2008) für die Analyse der Trainer-Athlet-Beziehung adaptiert wurde. Das Geschichtenergänzungsverfahren wird hier im Leistungssport von Kindern eingesetzt – und zwar in einem sportartspezifischen Kontext, dem Kunstturnen. In der Bindungsforschung zielt „Beziehungsqualität“ auf  die Regulierung des Sicherheitsgefühls durch körperliche und psychische Nähe (secure-base-Effekt), aber auch auf die Unterstützung von Aufgabenbewältigung durch „trusted companions“.
Die Bindungsforschung postuliert, dass über wiederholte Beziehungserfahrungen mit Bezugspersonen, relativ stabile internale Arbeitsmodelle (inner working models) entstehen, die das Sicherheitsgefühl sowie die Äußerung von Ängsten und Unterstützungswünschen steuern. Dieses automatisierte, nicht-bewusste Arbeitsmodell wird hier im Figurenspiel mit turnspezifischen Trainings- und Wettkampfsituationen erhoben. Dazu werden Geschichtenanfänge verwendet, die prototypische Situationen thematisieren, in denen relevante Aspekte der Beziehungsqualität auf die Probe gestellt werden. Das Kind wird aufgefordert, die Situation zu „lösen“, also die Geschichte zu Ende zu erzählen. Anhand des Kodierungsmanuals und einer Interrater-Reliabilität lassen sich aus Form und Inhalt der Narration Rückschlüsse auf das „working model“ ziehen.


Projekt 3

Chronische Belastungen im Kindesalter. Eine Analyse des Zusammenhangs zwischen protektiven Ressourcen und der subjektiven Wahrnehmung von chronischem Stress am Beispiel von Leistungssportlern und Nicht-Sportlern

Karen Hoffmann

Entgegen plausiblen Erwartungen erweisen sich die Leistungssport treibenden Kinder deutlich weniger belastet als Kinder, die leistungssportlich nicht aktiv sind. Das längsschnittlich angelegt Forschungsprojekt wird demnach der Frage nachgehen, warum Leistungssport treibende Kinder weniger chronische Belastungen empfinden als Kinder, die leistungssportlich nicht aktiv sind.

Eine genaue Analyse verschiedener Arten von Ressourcen der Kinder (Bedingungsressourcen, personale Ressourcen) soll hierbei Erklärungsansätze liefern. Es soll dabei geklärt werden, in wieweit der Leistungssport als solcher eine Rolle bezüglich des chronischen Stress bei Kindern spielt: also ob der Leistungssport tatsächlich die determinierende Größe ist (Moderatorhypothese) oder ob Selektionsfaktoren vorhanden sind, die die Leistungssport treibenden Kinder von anderen Kindern unterscheiden (Selektionshypothese).

Die Forschungsfrage wird mit einem standardisierten längsschnittlichen Untersuchungsdesign bearbeitet. Dabei werden drei verschiedene Gruppen von Kindern (sportlich aktive Kinder, musisch-aktive Kinder und nicht-aktive Kinder) mit einem Fragebogen, der Belastungen und Ressourcen erfasst, zu zwei Messzeitpunkten befragt.