Institut Bewegungs- und Trainingswissenschaft der Sportarten I

Das Institut Bewegungs- und Trainingswissenschaft der Sportarten I beschäftigt sich überwiegend mit der angewandten Lehre und Forschung im Bereich der Sportspiele sowie der technisch-kompositorischen Sportarten. Seit 2015 gehört das Fachgebiet Kampfsport zum Institut. Die hier integrierten Sportarten repräsentieren mit über 58% die im DOSB geführten Mitglieder und geben damit ausreichende Möglichkeiten für berufsfeldorientierte Lehraufgaben sowie Ansatzpunkte in Forschungsfragen.

Im Gegensatz zu den Sportspielen, in denen in erster Linie technisch-taktische Kenntnisse ausschlaggebend sind, zeichnet sich Turnen vor allem durch die Demonstration komplizierter Bewegungsabläufe in attraktiven, originellen und schwierigen Kombinationen aus, die einer biomechanisch zweckmäßigen und ästhetisch wirkungsvollen Technik entsprechen müssen.

Im Mittelpunkt der studentischen Ausbildung steht dabei die Entwicklung und Verfeinerung der Koordination von Ganz- und Teilkörperbewegungen sowie die methodische Vermittlung technisch-relevanter Bewegungsabläufe unter den jeweiligen sportartspezifischen Bedingungen. Die Auseinandersetzung mit dem vielfältigen Übungsgut trägt wesentlich zur Verbesserung der motorischen Lernfähigkeit sowie der koordinativen Leistungsfähigkeit bei. Folglich sind hier erworbene Kenntnisse und Bewegungserfahrungen auch als Leistungsvoraussetzung für das Erarbeiten und Verfeinern neuer Techniken in anderen Sportarten sowie als allgemeine Trainingsmittel anzusehen.

In Forschungsfragen beschäftigt sich das Institut vorrangig mit Untersuchungen zur Beschreibung realer Phänomene im Leistungssport, um in einem weiteren Schritt die trainingspraktische Arbeit wissenschaftlich zu verifizieren. Aktuelle Projekte handeln bspw. von der Implementation mobiler Messplätze zur Optimierung von Bewegungshandlungen (Rückschlagspiele), der Wettkampfanalytik zur Aufhellung von Wettkampf- und Leistungsstrukturen (Fußball, Kunstturnen, RSG) sowie von Kriterien zur Sichtung, Eignungsbestimmung und Auswahl. Außer der engen Zusammenarbeit mit den Fachverbänden und ansässigen Vereinen bestehen Kooperationen mit dem Institut für Angewandte Trainingswissenschaft Leipzig (IAT) in der Bearbeitung sportartspezifischer Themen im Rahmen von Projekt- oder Abschlussarbeiten. In interdisziplinären Studien werden trainingswissenschaftliche Befunde im Kontext mit anderen Wissenschaftsbereichen verknüpft (Bsp. Evaluation von Turntalentschulen).

Materielle Basis bilden die in den in den 50er Jahren errichteten und aufwendig sanierten Turn- und Sporthallen der Fakultät. Unter Beachtung der Wahrung baulicher Denkmalspflege stehen hier auf universitärer Ebene einmalige Lehr- und Forschungsbedingungen mit Geräten von internationalem Standard zur Verfügung.